Vor dem Buch

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Wir sitzen dieses Jahr sehr spät zusammen, erst im April und nicht im Februar wie in den letzten Jahren. In Tübingen ist es gerade aber fast genauso kalt wie im Februar. Claudia und ich haben „Mein lesbisches Auge“ vor uns, die Nummer 16. Ich entdeckte nicht erst auf meiner Fahrt im ICE von Berlin, dass wir viel zu wenige Texte ausgewählt haben, das sah ich schon vorher zu Hause. 23 an der Zahl. Heute im Zug wurden aus den 23 dann 26 Texte, und beim Essengehen in Tübingen, im Grünen Baum, kam noch ein weiterer dazu, also 27. Immer noch zu wenig! Herausgeberin Laura Méritt schickte uns eben noch eine Gesprächsmitschrift: 28.

Natürlich sind weitaus mehr Texte eingesandt worden.

Vielleicht wird es wie in jedem Jahr: Zuerst erscheinen uns sehr viele Texte als unlesbar, doch nach und nach zeigen sich in den zuerst abschreckenden Textbergen versteckte Perlen. Oder ändert sich nur unser Blick? Vorher waren wir dem Lesbischen Auge nicht nah, weil wir mit anderem beschäftigt waren. Jetzt aber lassen wir uns wirklich ein, mit Hingabe – vielleicht ist es ähnlich wie manchmal im „realen Leben“. Zuerst interessiert uns eine Person nicht sonderlich, doch auf einmal funkt es. Und eine heiße Geschichte kann beginnen.

Bildeinsendungen gab es wie jedes Jahr weniger – aber wir haben Fotografinnen und Künstlerinnen eingeladen, und jetzt kommen nahezu stündlich schöne Bilder an – also: der Akt kann losgehen. Wir sind selbst gespannt, wie sich das Ganze zusammenfügen wird. Das Buch entwickelt beim Layoutprozess ein Eigenleben, fast ein bisschen unheimlich!

Claudia Gehrke und Regina Nössler

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