Feiertagsbeschäftigung

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Die Feiertage habe ich mit FreundInnen und Spielen verbracht. Scrabble, Monopoly (die Disney-Variation, die jemand einem Paar aus unserem Freundeskreis geschenkt hatte, wurde ausprobiert), Skat etc. Das ist echte Erholung. Natürlich treffen wir uns an Feiertagen auch zum Kochen, Essen, Weintrinken und Reden. Oder ich entspanne allein, auf dem Sofa mit Buch.
Doch beim Miteinanderreden, -trinken und -essen lässt sich kaum vermeiden, dass irgendwann im Verlauf des Abends die Arbeit von einer von uns auf den Tisch kommt, oder eine Beziehungskrise.
Auch Lesen, was ich als wirklich entspannend empfinde, ist nicht an Ferien und Feiertage geknüpft, denn ich lese fast jeden Tag, und seien es nur ein paar Seiten vorm Einschlafen. Zum Spielen komme ich aber ausschließlich an Feiertagen oder in Urlauben – Spiel ist für mich ein Symbol für Feiertag. (Wenn ich meine Partnerin und FreundInnen dazu überreden kann – nicht immer einfach.)
Beim Spiel verliert man sich. Denken an Alltag und Arbeit verschwindet; wie mir scheint, verschwindet es schneller als bei anderen sogenannten Freizeittätigkeiten, das Spielziel drängt sich vor. FreundInnen beim Spiel zu erleben – jedes Mal ein Vergnügen! Auch die, die Spielen zuerst albern fanden und mühsam überredet werden mussten, lassen sich mitreißen. Immer wieder interessant ist, wer wie schummelt, wer sich ärgert, wer Nonsenswörter beim Scrabble legt (oft welche, die so hübsch sind, dass die Runde sie akzeptiert und wir gemeinsam die Regel – es gilt nur, was im Duden zu finden ist – durchbrechen). Weil ich sogenannte erotische Romane schreibe, legen meine Mitspielerinnen gerne zweideutige Wörter. So kam z.B. das Wort „Spaßdildos“ beim letzten Spiel aufs Brett. Ich wollte das ablehnen, wurde aber überstimmt. Es gab keine strenge Mitspielerin, die nur nach Regeln spielen wollte. Regeln manchmal zu durchbrechen, ist vergnüglich, nur wenn es dauernd passiert, macht das Spiel keinen Spaß mehr.
Natürlich kommt einem beim Spielen positives Familienfeeling in den Sinn. Also das, was die Erinnerung einem romantisch selektiert (unangenehme Ereignisse wie Elternstreite etc. in den Hintergrund drängt). Kartoffelsalatessen, Geschenke auspacken, Weihnachtslieder singen, Weihnachtsbaumbeleuchtung an- und abschalten und dann Mörder und Detektiv im dunklen Wohnzimmer spielen!
Ulrike Voss

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