Ein Abend im August

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Eine Einzellesung hat ihre ganz eigenen Seiten. Eine davon ist, dass alle Zuschauer_innen wegen der einen Autorin kommen. Sie kommen nicht wegen des Namens von Herrn B. oder des Witzes von Frau F. Sie kommen wegen einem selbst. Und in diesem Fall wegen mir.
Das sind Gedanken, die helfen, wenn der Abend der Lesung so ein herrlicher Sommerabend ist, durchglast, eher heiß als lau und vielleicht der letzte seiner Art.
Die Lesung aber drinnen stattfindet. Der Besucherstrom auf dem heißen Asphalt verdampft ist und nur müde tröpfelt.
Wenn Buchladen und Autorin Beschwichtigungspingpong spielen, weil man sich gegenseitig mehr Erfolg gewünscht hätte.
Sechs zahlende Gäste sind da. Sechs mir unbekannte Leute, die aus irgendeinem Grund fanden, dass es eine gute Idee sei, an so einem herrlich glasigen Sommerabend, der vielleicht der letzte seiner Art war, im hinteren Raum einer Buchhandlung mir beim Vorlesen zuzuhören. Der Erfolg ist überschaubar, aber nicht weniger bauchpinselnd. Selbst, als einer geht, kaum dass ich mit meiner zweiten Geschichte anfange. Denn die anderen Fünf bleiben. Sie lachen hin und wieder. Oder kichern. Alle bleiben wach. Sie sagen gegen Ende: Ja, noch eine! Klatschen, loben, freuen sich, erfreuen mich und kaufen ein Buch, oder lassen sich das signieren, das sie bereits haben.
Ein voller Erfolg.
Kali Drische

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