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Es ist schon ein bisschen komisch, das Gefühl, wenn ich daran denke, dass heute mein letzter Arbeitstag beim konkursbuch Verlag ist. Das letzte Mal, dass ich an diesen PC sitze und auf dieser Tastatur tippe. Das letzte Mal, dass ich mir einen Tee in dieser Küche zubereite. Das letzte Mal, dass ich hoch zu Claudia Gehrke in den zweiten Stock rufe, wenn ich eine Frage habe. Egal ob gerade eine Praktikantin oder ein Praktikant am Nachbarschreibtisch arbeitete, ob die Tänzerinnen unserer Show Love Bites im Nebenzimmer übernachteten, ob der Steuerprüfer hinter mir saß und in seinen Ordnern wühlte oder ob ich während praktikantenlosen Zeiten, in denen Claudia von La Palma aus arbeitete, ganz alleine im Büro des konkursbuch Verlags war – es ist ein bisschen zu einem Zuhause geworden.
Aber Zuhause, das sind die Menschen, die einen umgeben – und so werde ich mich vor allem anderen an die vielen interessanten Menschen erinnern, die ich während meines eineinhalbjährigen Volontariats kennengelernt habe. Verlegerin Claudia Gehrke, die ihren Verlag behütet wie ihr Baby. Versandmann Berndt Milde, der immer voller Ideen ist, wie Verpackung und Transport effizienter gelöst werden können, und der auch oft einen Witz parat hat. Die Praktikantinnen, die uns nicht nur Arbeit abnahmen, sondern die auch meine Mittagspausen und Busfahrten versüßten mit Gesprächen über die Uni, Freunde und natürlich Bücher. Die Autorinnen, mit denen ich jede Woche mailte und telefonierte, mit denen ich nicht nur über die Pressearbeit ihrer Bücher sprach, sondern auch über ihre Kinder, ihre letzten Reisen, Beziehungen, Politik und mehr. Die Musikerinnen und Tänzerinnen, mit denen ich nicht nur die Technikanforderungen ihrer Nummern bei den Love Bites besprach, sondern auch Buchtipps austauschte und über jüngste Erlebnisse plauderte. Die Veranstalter und Rezensenten, die mir trotz Arbeitsstress immer freundlich und aufgeschlossen gegenübertraten. Und auch die Kunden, mit denen sich auf den Buchmessen Gespräche über die Unterschiede zwischen Generationen und mehr entwickelten.
Wo es mich einmal hintreiben wird? Eine Karriere im Verlagswesen ist durchaus eine Option, aber es tummeln sich auch noch andere Ideen in meinem Kopf. Jetzt werde ich mich erst mal der Literatur mit einem theoretischen Ansatz weiter nähern und mein Masterstudium in Deutscher Literatur beenden.
Ich möchte mich herzlich bedanken bei all denen, die mit mir zusammengearbeitet haben und die die letzten eineinhalb Jahre zu einer ganz besonderen Erfahrung gemacht haben, die mich fachlich wie auch persönlich sehr weitergebracht hat.
Sunita Sukhana

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